Keine Angst vorm Warten: Tipps für den Zwischenstopp

Ein Zwischenstopp – wohl die meisten von uns haben eine mehr oder weniger erzwungene Wartezeit am Flughafen schon einmal erlebt.

Allerdings sind Zwischenstopps in der Regel auch mit einem günstigeren Flugpreis verbunden. Und wenn du grundsätzlich nichts dagegen hast, eine Flugreise zu unterbrechen, wirst du im besten Fall mit einem angenehmen Aufenthalt in einem der besten Flughäfen der Welt belohnt, wo dich kostenlose, rund um die Uhr geöffnete Kinos und Dach-Swimmingpools erwarten. Aber selbst wenn du nicht ganz so viel Glück hast, haben wir hier einige Tipps und Tricks für jedes Budget, mit denen die Wartezeit wie im Flug vergeht.

Verlass den Flughafen

Wenn sich ein Zwischenstopp nicht vermeiden lässt, solltest du eher probieren, ihn zu verlängern. Kannst du die drei Stunden Wartezeit am internationalen Flughafen Keflavík auch auf sechs Stunden ausdehnen? Das wäre nämlich genug Zeit, um Reykjavik zu besuchen oder sogar noch weiter in die fantastische Naturwelt Islands vorzudringen.

Die Blaue Lagune ... so herrlich, dass du deinen Anschlussflug „versehentlich“ verpassen könntest

Tatsächlich ist Island ein derart perfekter Ort für einen verlängerten Zwischenstopp, dass man eine eigene Kampagne dafür ins Leben gerufen hat. Es gibt sogar einen Stopover Buddy Service, der dich mit Einheimischen in Kontakt bringt. Schau nach, was du in Island unternehmen kannst – es gibt Tipps für Zwischenstopps zwischen einem und fünf Tagen.

Aber nicht nur Island eignet sich als Zwischenziel; auf der ganzen Welt organisieren Flughäfen und Fluggesellschaften kostenlose Aktivitäten für Passagiere mit langen Wartezeiten. Qatar Airways bietet seinen Fluggästen beispielsweise vier kostenlose Besichtigungstouren durch Doha an, zwischen denen du wählen kannst.

Du hast acht Stunden oder mehr Aufenthalt In Taipeh? Dann kannst du dich für eine von zwei Touren entscheiden: Die kurze führt dich zu einem Tempel und ins Töpferei-Zentrum Yingge und bei der längeren stehen fünf Sehenswürdigkeiten auf dem Programm, darunter Taipei 101, das achthöchste Gebäude der Welt, verschiedene Tempel und der Präsidentenpalast.

Sechs Stunden Zeit in Istanbul und mit Turkish Airlines unterwegs? Dann schau bei Touristanbul vorbei, einem Veranstalter, der Transitpassagieren die größten Attraktionen der Stadt an der Schwelle von Ost und West zeigt. Je nach Startzeit deiner Tour (im Laufe des Tages werden fünf verschiedene Touren angeboten) bekommst du unterschiedliche Sehenswürdigkeiten zu Gesicht – und jede von ihnen ist garantiert besser als eine Flughafenwand.

Das Hanok-Dorf Bukchon in Seoul – ein Zwischenstopp auf der Tour ab dem internationalen Flughafen Incheon

Auch der Flughafen Narita in Japan bietet Touren an, sowohl mit einheimischen Fremdenführern als auch in Eigenregie. Die geführten Touren umfassen die Städte Narita, Shibayama und Tako, während sich die selbstgeführten Ausflüge auf Shopping konzentrieren, entweder bei Shisui Premium Outlets oder in der AEON Mall Narita.

Der internationale Flughafen Incheon in Seoul bietet eine Reihe von Touren unterschiedlicher Länge an – von einer bis fünf Stunden ist alles dabei. Dazu zählen die Incheon City Tour, Seoul City Tour, Temple Tour und weitere (alle werden von englischsprachigen Fremdenführern begleitet).

Vergiss nicht: Beim Verlassen des Flughafens während eines Zwischenstopps brauchst du eventuell ein Visum – selbst wenn es nur ein paar Stunden sind. Außerdem solltest du in Erfahrung bringen, ob es Möglichkeiten zur Gepäckaufbewahrung gibt, wenn du deine Koffer erneut aufgeben musst. Zu guter Letzt solltest du beim Sicherheitspersonal nachfragen, ob du bei deiner Rückkehr mit Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle rechnen musst.

Aber was tun, wenn du nicht losziehen kannst, nicht losziehen willst oder wenn du in einem Flughafen mitten im Nirgendwo bist (was auf viele von ihnen zutrifft)? Wie kannst du Stunde um Stunde in ein und demselben Gebäude verbringen, ohne dass dir die Decke auf den Kopf fällt?

Zeit zum Loungen

Die Business-Class-Lounge von Qatar in London Heathrow. Nicht übel ...

Auch wenn es für einen kurzen Trip ein wenig übertrieben scheinen mag und dich extra kostet: Bei einem stundenlangen Aufenthalt in einem relativ langweiligen Flughafen kann der Kauf eines Lounge-Passes eine durchaus lohnende Angelegenheit sein.

Es gibt verschiedene Pässe, die aber alle im Grunde genommen denselben Zweck erfüllen: Sie verschaffen dir Zugang zu den privaten Airport-Lounges. Die Vorteile: Kostenlose Drinks, Zeitungen, Internetzugang, Snacks und natürlich (relative) Ruhe und Privatsphäre.

Auf Lounge Pass kannst du Zugang zu 300 Airport-Lounges auf der ganzen Welt erhalten, während dich LoungeBuddy (auch als App für iOS und Android erhältlich) umgehend in 160 internationale Lounges bringt.

Wenn du mit einer großen Anzahl von Zwischenstopps rechnest, kann sich ein Priority Pass lohnen: Er deckt über 950 weltweite Lounges ab und wird über eine jährliche Mitgliedsgebühr ab 99 € finanziert (es macht auch Sinn nachzuschauen, ob Lounge-Zugang in den Services deiner Kreditkarte enthalten ist).

Halt dich fit!

Der Pool am Flughafen Changi. Überbrück die Wartezeit mit einem erfrischenden Bad

Auch wenn es vielleicht nicht auf deiner Top-5-Liste steht: Wenn du Zeit loszuwerden hast, kannst du sie durchaus nutzen, um ein paar Kalorien loszuwerden – oder zumindest deine innere Mitte zu finden. Im internationalen Flughafen San Francisco gibt es einen Yoga-Raum, in dem abgespannte Reisende ihre Matten auslegen und die Wartezeit in der Shavasana-Position verbringen können.

Die Nutzung von Swimmingpools zu angemessenen Preisen ist beispielsweise an den internationalen Flughäfen von Dubai und Singapur möglich, am Flughafen München erwartet dich ein 18-Loch-Golfplatz, und der Flughafen Seoul bietet sogar eine kostenlose Eislaufbahn (das Leihen von Schlittschuhen kostet dich allerdings eine Kleinigkeit).

Es macht durchaus Sinn, sich schon vor dem Flug zu erkundigen, ob es am Flughafen oder in einem Hotel in direkter Nähe Trainingsräume oder Fitnesscenter gibt. Sie können relativ kostspielig sein, aber einige von ihnen sind wirklich gut – und als Bonus kannst du vor deinem Anschlussflug noch eine Dusche nehmen!

Wenn dich die Vorstellung von sportlicher Betätigung abschreckt, wie wäre es dann mit einem Streifzug durch eine Kunstgalerie? Die Flughäfen London-Heathrow, Miami International, Bangkok-Suvarnabhumi, Tokio-Haneda, Helsinki-Vantaa Airport und Amsterdam-Schiphol bieten allesamt Ausstellungsräume für Kunst und Skulpturen, und der internationale Flughafen San Francisco hat sogar ein eigenes Museum!

Mach ein Nickerchen

ninehours pods am internationalen Flughafen Tokio-Narita

Wenn du mitten in der Nacht landest und das dringende Bedürfnis nach einem Nickerchen hast, findest du an jedem Flughafen der Welt ein paar gemütliche Orte. Einige haben sogar eigene Ruhebereiche mit fast horizontalen Liegen, Schlafkapseln oder sogar Minihotels.

Im Flughafen Tokio-Narita in Japan gibt es eine Einrichtung namens nine hours, wo du duschen und eine Runde schlafen kannst (Preise ab 9,50 € für einen einstündigen Aufenthalt); am internationalen Flughafen Dubai hast du die Wahl zwischen SnoozeCube (20 € pro Stunde bei einem Mindestaufenthalt von zwei Stunden) und GoSleep (das auch am Flughafen Abu Dhabi verfügbar ist und ab 13 € pro Stunde kostet). Die Flughäfen Berlin-Tegel und München bieten napcabs (Mindestgebühr 30 €), und in London-Heathrow, London-Gatwick, Paris-Charles-de-Gaulle und Amsterdam-Schiphol findest du die Minihotel-Kette YOTEL (die Preise variieren stark je nach Flughafen und Zeit).

Wenn es keine eigenen Schlafbereiche gibt, solltest du dich einfach umschauen: Mit Sicherheit findest du ein ruhiges Örtchen (zum Beispiel unter einer Treppe), das etwas abseits von den Passagierströmen liegt und sich perfekt für ein Nickerchen eignet. Auch an ungenutzten Gates kann man sich wunderbar eine Weile lang ausstrecken (zumindest bis sie wieder in Betrieb genommen werden!). Wenn du weißt, dass du eigentlich nicht müde sein solltest, sondern nur dem Jetlag zum Opfer gefallen bist, solltest du die Schläfrigkeit besser einfach abschütteln: Mach einen Spaziergang oder ein Workout und vergiss nicht, etwas zu essen und genug Flüssigkeit zu dir zu nehmen!

Mehr Infos: Mach dem Jetlag den Garaus – mit diesen sieben Tipps

Erkunde den Flughafen

Im Hartsfield–Jackson Atlanta International Airport, dem Flughafen mit dem weltweit größten Passagieraufkommen, gibt es jede Menge zu sehen und zu tun

Nicht genug Budget für eine Lounge und nicht genug Zeit, um zu trainieren oder zu schlafen? Dann geh auf Erkundungstour! Flughäfen sind faszinierende Orte – du kannst nicht nur Menschen beobachten, sondern auch Flugzeuge. Such dir einen schönen Fensterplatz und schau dem Kommen und Gehen der Flieger zu. Vielleicht entdeckst du ein paar interessante Modelle, und wenn Fliegen dich nervös macht, wird es dich beruhigen, wie sicher und geregelt das Starten und Landen abläuft.

Mehr Info: Wenn du Flugangst hast, hat die Psychologin und Phobie-Expertin Patricia Furness-Smith einige fantastische Tipps, die dir unterwegs helfen

Kinder?

Am Flughafen Singapur. Es ist für Kinder, also komm nicht auf komische Gedanken

Wenn du mit Kindern reist, wirst du für einen Zwischenstopp vermutlich sogar dankbar sein – vielleicht sogar für zwei. Sicher, es wirkt bei der Buchung verlockend, den 17-Stunden-Flug in einem Rutsch durchzustehen, aber wenn die Kinder ihre Nickerchen gemacht haben, die Lust auf Spiele und Fernsehen vergangen und jeder Winkel des Flugzeugs bereits erkundet ist, könntest du deine Meinung ändern.

Warum nicht die Reise zum Teil des Urlaubs machen und versuchen, einen Zwischenstopp zu verlängern, damit Zeit genug ist, um etwas außerhalb des Flughafens zu erleben? Wenn das nicht möglich ist, solltest du dich im Voraus informieren, wo am Flughafen sich der Spielbereich befindet – die meisten größeren Flughäfen haben mindestens einen, wo euch mit etwas Glück Rutschen, interaktive Spiele, LEGO, Comics, Kinderbetten und manchmal sogar Badewannen erwarten.

Weitere Infos: Unentbehrliche Tipps für Reisen mit Kindern

Packe bedacht

Der letzte Tipp – ein wichtiger Schritt des Planungsprozesses – betrifft das Packen. Wenn du weißt, dass dir ein langer Zwischenstopp bevorsteht, solltest du ihn einplanen: Denk an Ohrstöpsel, Schlafmasken, Bücher, Serien/Filme auf deinem Tablet/Smartphone/Laptop, eine Decke (oder warme Extra-Kleidung – Flughäfen können nachts ziemlich kalt werden!), eine nachfüllbare Wasserflasche, Snacks, Ladegeräte sowie frische Unterwäsche (oder sogar ein komplettes Outfit), damit du dich zumindest frisch fühlen kannst.

Außerdem solltest du dich erkundigen, welche Steckdosen im Land deines Zwischenstopps verwendet werden; es sind nämlich nicht unbedingt dieselben wie bei dir zu Hause oder an deinem Reiseziel. Pack den entsprechenden Adapter ein, falls du es noch nicht getan hast!

Mehr Infos: Wirf vor der Abreise einen Blick auf die ultimative Reise-Checkliste und unseren Vergleich zwischen Koffer und Rucksack – Was ist besser?

Außerdem brauchst du WLAN, egal wie lang dein Zwischenstopp dauert. Darum solltest du WiFox herunterladen, eine laufend aktualisierte App mit WLAN-Passwörtern für Flughäfen und Lounges in aller Welt, die sowohl für iOS als auch für Android verfügbar ist und dich im Nullkommanix ins Internet bringt. Also, worauf wartest du noch? Mach dich auf die Suche nach deinem nächsten Flug, und denk dran: Flüge mit Zwischenstopps sind nichts, wovor man sich fürchten muss!

Brauchst du Inspiration? Probier’s mit der Irgendwo-Suchfunktion und lass dich überraschen, wohin sie dich führt. Wenn du schon auf dem Rückweg bist, solltest du dich vielleicht für den Urlaubsblues wappnen (Kleiner Tipp: Es hilft, gleich den nächsten Urlaub zu planen!)