Economy, Business und First Class: Was ist der Unterschied?

Wir erklären dir die wichtigsten Unterschiede zwischen Economy, Business und First Class, damit du genau weißt, was du für dein Geld bekommst.

Ein Blick in die Economy Class. Hast du dich schon mal gefragt, wie die First Class aussieht?

Kategorie Reisetipps

Datum 27/01/2016

Die meisten von uns begnügen sich mit der Economy Class, die auch als Touristenklasse oder Holzklasse bekannt ist – es sei denn, wir haben Glück (finde heraus, wie du ein kostenloses Upgrade ergattern kannst). Aber so schlimm ist es ja nicht, oder? Immerhin kommen wir am Ziel an, und in den letzten Jahren hat sich die Situation auch deutlich verbessert. Jedenfalls dann, wenn man sich nicht in ein uraltes Flugzeug quetschen muss, mit praktisch null Beinfreiheit, einem Fernseher für die ganze Sitzreihe und einem Kleinkind mit Hang zu regelmäßigen Schreianfällen als Sitznachbarn.

Wir zeigen dir, was du bei normalen Economy-, Business- und First-Class-Tickets für dein Geld bekommst. Dabei schauen wir uns auch die heißbegehrten Premium-Economy-Plätze an. Der erste und wichtigste Punkt: Die Beinfreiheit und der gebotene Luxus (falls vorhanden) hängen davon ab, mit welcher Airline du fliegst, in welchem Flugzeug du sitzt und ob es sich um einen Kurz- oder Langstreckenflug handelt.

Economy Class

Sag deinen Knien Lebewohl
Sag deinen Knien Lebewohl

Allgemein gesprochen: Hier bekommst du einen Sitzplatz in einem Flugzeug, das dich von A nach B bringt. Aber natürlich gibt es ein paar Unterschiede, allen voran Sitzbreite und Sitzabstand (Beinfreiheit). Der Sitzabstand variiert zwischen 70 und 86 cm, die Breite zwischen 43 (kuschelig!) und 84 cm. Andere Unterschiede gibt es in Bezug auf Faktoren wie Steckdosen, WLAN, Amenity Kits (Kulturbeutel für Passagiere), Mahlzeiten, Unterhaltungsprogramm, Art des Fernsehbildschirms und Serviceniveau.

Einige Fluggesellschaften ermöglichen es dir, den Service während des Flugs per Touchscreen in Anspruch zu nehmen. Dazu musst du nur deine Kreditkartendaten eingeben und die gewünschten Speisen oder Artikel auswählen – die Kabinencrew bringt deine Einkäufe dann direkt an deinen Platz.

Was du bestimmt noch nicht wusstest: Air New Zealand hat ein einzigartiges Economy-Feature namens Skycouch. Eine Reihe von drei Sitzen lässt sich einfach in eine Liege verwandeln, die zwei Erwachsenen genug Platz bietet, um sich hinzulegen. Wenn ihr zu zweit fliegt, könnt ihr den dritten Sitzplatz buchen, um die Reihe voll zu machen – zum halben Preis. Genial!

Premium Economy Class

Ein bisschen mehr Beinfreiheit und ein Fernseher. Den Aufpreis wert?
Ein bisschen mehr Beinfreiheit und ein Fernseher. Den Aufpreis wert?

Um gleich verwirrend anzufangen: Die Premium Economy Class hat unterschiedliche Namen. Virgin America nennt sie Main Cabin Select, British Airways verwendet den Begriff World Traveller Plus und SAS nennt sie SAS Plus. Aber das Angebot ist überall dasselbe: Economy mit etwas mehr Luxus. Und natürlich zum Aufpreis – allerdings ist dieser nicht annähernd so hoch wie die Flugpreise für die Business Class.

Wenn du Glück hast, verschafft dir der Aufschlag Zugang zu einer exklusiven Lounge am Flughafen und im Flugzeug einen Sitzplatz außerhalb der Economy-Kabine. Normalerweise bekommst du einen breiteren Sitz mit mehr Beinfreiheit, einen größeren Fernsehbildschirm, bessere Verpflegung (z. B. eine größere Auswahl, kostenlose Getränke usw.) und mehr Freigepäck. Allerdings setzen einige Fluggesellschaften auf dieses Standardpaket noch etwas drauf: Virgin Atlantic bietet eine Sitzbreite von 53 cm und einen Sitzabstand von 96 cm, Steckdosen, schnellere Abfertigung beim Boarding und bei der Gepäckabholung, Essen à la carte, ein Getränk vor Abflug und eine Spirituose nach dem Abendessen, ein exklusives Amenity Kit und mehr. Wow.

Ist es den Preis wert? Nun, das hängt ab von der Route, der Fluggesellschaft und davon, ob du der Meinung bist, dass die paar Extra-Zentimeter, das Freigetränk oder die größere Speiseauswahl für den Flug einen großen Unterschied ausmachen.

Was du bestimmt noch nicht wusstest: Virgin Atlantic war 1992 die erste Fluggesellschaft, die das Premium-Economy-Konzept in ihr Programm aufnahm.

Business Class

Jetzt wird’s interessant

Man sagt, wer einmal Business Class geflogen ist, wird nie wieder mit der Economy Class zufrieden sein. Während die Vorteile der Premium Economy Class im Vergleich zur Economy den Aufpreis nicht unbedingt lohnend machen, ist der Luxus in der Business Class allen Annehmlichkeiten von Premium Economy haushoch überlegen.

Schlicht gesagt: Alles ist besser. Vom Begrüßungsgetränk (natürlich in einem echten Glas) bis hin zu den Speisen, die mit richtigen Messern und Gabeln auf echtem Porzellangeschirr serviert werden (im Gegensatz zu der Playmobil-Ausstattung in der Economy), wirst du hier von A bis Z verwöhnt. Schlafsitze sind Standard in der Business Class, und das gilt auch für eine Sitzbreite von bis zu 86 cm und einen Sitzabstand von bis zu 2,20 m.

Einige Fluggesellschaften bieten für die An- und Abreise einen Chauffeurservice an, wenn du innerhalb einer bestimmten Entfernung vom Flughafen wohnst, und die meisten – wenn auch nicht alle – haben eine exklusive Lounge am Flughafen, wo du dich mit kostenlosen Speisen und Getränken eindecken kannst. Der riesige Airbus A380 von Emirates, denen ohnehin kein Luxus zu viel ist, ist mit einer kompletten Bordbar für Business-Class-Passagiere ausgestattet. Und wir reden hier nicht von einem Klapptisch in der Bordküche, sondern von einer echten halbkreisförmigen, voll bestückten Bar, die warme und kalte Snacks sowie alle Cocktails bietet, die das Herz begehrt. Was will man mehr? Tatsächlich ist die Business Class mittlerweile so luxuriös geworden, dass viele Fluggesellschaften ihr First-Class-Angebot komplett eingestellt haben.

Was du bestimmt noch nicht wusstest: Die Rekordzeit für einen Flug von Paris nach New York hält die heute nicht mehr eingesetzte Concorde. Mit nur 2 Stunden und 52 Minuten ging die Reise so schnell, dass man bei Flügen Richtung Westen durch die Zeitverschiebung früher ankommen konnte, als man losgeflogen war.

First Class

Träum weiter ...
Der Stoff, aus dem die Träume sind…

Die First Class, der Gipfel aller Flugerlebnisse, ist Prominenten und Superreichen vorbehalten (aber Glückspilze haben auch eine Chance). Stell dir alle Annehmlichkeiten der Business Class mit einem dicken Guss aus purem Luxus vor. Trotzdem: Absehen von der Privatsphäre und der Sitzgröße (auf vielen First-Class-Flügen gibt es allerdings eher Privatsuiten als herkömmliche Sitze) gibt es nicht sonderlich viel Spielraum, um das Angebot merklich von der Business Class abzuheben. Ein klarer Unterschied allerdings ist der Preis: Tickets kosten bis zu fünfmal so viel. Autsch.

Also, was bekommst du, wenn du ein halbes Jahresgehalt für dein Ticket hingelegt hast? Zum einen sehr geräumige Sitze (bis zu 81 cm breit mit einem maximalen Sitzabstand von ganzen 2,34 m). Das Serviceniveau ist unvergleichlich: Die Crew ist bestens dafür geschult, den Passagieren jeden Wunsch von den Augen abzulesen und sich von Prominenten an Bord nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Die Qualität der Speisen ist auch ein paar Stufen höher, und viele Menüs und Gerichte werden von Küchenchefs mit Michelin-Stern kreiert.

Emirates war all das (wieder mal) nicht extravagant genug, weswegen First-Class-Passagiere im A380 in den Genuss von zwei „Shower Spas“ mit beheiztem Fußboden kommen – die allerdings im Endeffekt nichts weiter als Badezimmer sind. Aber auch das ist nichts im Vergleich zum A380 von Etihad. Hier hast du die Wahl zwischen drei verschiedenen First-Class-Suiten, deren Krönung The Residence ist: eine Drei-Zimmer-Suite mit Wohnzimmer, Schlafzimmer (mit Doppelbett) und privatem Badezimmer (natürlich mit Dusche). Der Preis? Etwa 18.500 Euro für einen einfachen Flug von London nach Abu Dhabi.

Was du bestimmt noch nicht wusstest: 1987 konnte American Airlines einen Betrag von geschätzt 36.000 Euro einsparen, indem sie jeden Salat, der in der First Class serviert wurde, um eine Olive kürzten.

Jetzt weißt du Bescheid. Du kannst also guten Gewissens Economy Class fliegen, ohne das Gefühl haben zu müssen, etwas Besonderes zu verpassen… oder?

Vergiss nicht, dass du jederzeit auf Webseiten wie SeatExpert nachschauen kannst, um mehr über die Sitze in bestimmten Flugzeugen (und von verschiedenen Fluggesellschaften) zu erfahren. Alternativ findest du auch auf den Webseiten der Airlines Informationen zu ihren Klassen und Flugzeugen.

Jetzt günstige Flüge finden

 

Noch keine Reise gebucht? Wirf einen Blick auf unsere 14 Tipps, wie du 2017 deine Reiseträume erfüllst!
Hier kannst du dir noch weitere Tipps für Flüge mit Zwischenstopp, unsere Packtipps fürs Reisen mit Handgepäck oder unseren Vergleich zwischen Rucksack und Koffer ansehen!

Ursprünglich veröffentlicht

27/01/2016